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Medien und Kommunikation - weltweit - sozial - christlich   

ite – Die Eine-Welt-Zeitschrift – weltoffen – franziskanisch – engagiert

Liebe Leserinnen und Leser

Es ist wohl eines der meist zitierten Worte der Neuzeit: «Man kann nicht nicht kommunizieren» von Paul Watzlawick, dem berühmten, vor zehn Jahren verstorbenen amerikanischen Kommunikationswissenschaftler. Alles was wir tun, sagen, wie wir uns bewegen, unsere Mimik, das Timbre unserer Stimme – immer ist eine Botschaft dahinter. Botschaften aber brauchen «Briefträger», entweder wir selber oder dann Medien. 

Doch was sind eigentlich Medien? Mit Sicherheit sind sie nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel, um Inhalte jeglicher Art zu transportieren. Ohne Medien können Menschen nicht kommunizieren, kann eine Gesellschaft nicht funktionieren und sich eine Religion nicht ausbreiten, können Wissenschaft und Kultur sich nicht entwickeln.

Grund genug für ite, sich dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu widmen. Einen besonderen Blick werfen wir auf den Zusammenhang von Religion und Medien. Wir zeigen, wie wichtig es ist, dass die Botschaft der Bibel in einfachen Worten vermittelt wird, um die Menschen von heute zu erreichen. Wir lassen uns überraschen vom Marketing-Talent des Heiligen Franziskus von Assisi, der bereits zu seiner Zeit zahlreiche Medien eingesetzt hat, um seine Ideen unter die Menschen zu bringen.

Nicht ohne Grund bezeichnen wir heute unsere Gesellschaft als Mediengesellschaft. Medien sind ein enormer Wirtschaftsfaktor und die Beschäftigung mit ihnen nimmt viele von uns zeitlich arg in Beschlag. Immer wieder hört man auch Klagen über Menschen, die richtiggehend mediensüchtig sind. Ite nähert sich dem Thema darum auch auf lockere Weise und zeigt auf, wie Medien unseren ganz gewöhnlichen Alltag prägen oder wie sie uns während unseres Lebens begleitet haben.

Und schliesslich darf auch der Blick auf die Länder des Südens nicht fehlen: Wie wir die Welt sehen, ob wir meinen, wir stünden «oben» und die andern «unten», hängt stark von der Darstellung in den Medien ab. Wer heute die Kontrolle über die Medien hat, hat auch die Kontrolle über unser Denken. Das zeigt sich insbesondere beim Internet, das ganze Gemeinschaften und Gesellschaften sowie politische Systeme kontrollieren und beeinflussen kann. Seien wir darum wachsam und wahren wir immer eine gesunden Distanz zur Faszination von Medien.

Beat Baumgartner